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Ist ein "Billigflug" wirklich billig?
Der ADAC hat in seiner Online-Rubrik Urlaub & Reisen im November 2010 einen grossen Preisvergleich über Flugnebenkosten auf europäischen Kurzstrecken aufgestellt.
Er bediente sich dazu "Modell-Passagieren" mit fiktiven Buchungen (direkte Hin- und Rückflüge auf Kurzstrecken Deutschland–Europa) über das Internet und verglich die Allgemeinen Geschäfts- und Beförderungsbedingungen (AGB und ABB) von 13 internationalen Fluggesellschaften miteinander.
Festgehalten wurden, laut ADAC, die zusätzliche Kosten, nicht aber die Ticketpreise sowie die Gebühren wie z.B. die Flughafensteuer oder der Kerosinzuschlag, die meist im Ticketpreis enthalten sind.
So wollte der ADAC wissen, wie teuer die Mitnahme eines Standard-Koffers ist und was Übergepäck kostet. Wie viel zahlt man für die Reservierung eines Sitzplatzes? Ist der Online-Check-In kostenlos? Gibt es eine sogenannte Service Charge (Gebühr für Bearbeitung und Beratung)? Auch ob bei der Bezahlung mit Kreditkarte zusätzliche Kosten anfallen war gefragt.
Die dann folgenden Ergebnisse waren unserer Meinung nach, obwohl man ja immer so viel davon hört und liest, doch recht erschreckend. Insbesondere die Gebühren für Dein Gepäck können sehr schnell, wenn man nicht genau aufpasst und wirklich auch das Kleingedruckte liest, den vermeintlichen Billigflug zu einem teuren "Spass" für Dich werden lassen.
Weiter unten findest Du eine alphabetische Aufstellung (mit Kosten) der 13 getesteten Fluglinien.
Als Fazit zieht der ADAC:
Zitat >>> "Günstig gebucht - teuer bezahlt. Das ist, auf einen einfachen Nenner gebracht, das Ergebnis des aktuellen ADAC-Preisvergleichs von Flugnebenkosten bei 13 Fluggesellschaften. Als Gebührenfalle auf den untersuchten innereuropäischen Kurzstrecken erwies sich vor allem das Gepäck. Zusammen mit Kosten für Kreditkarten-Zahlung, Sitzplatz-Reservierung sowie Bearbeitung und Beratung, der so genannten Service-Charge, reichte die Spanne von 270 Euro bei Ryanair, 200 Euro bei Air France und immerhin noch 151 Euro bei easyJet über ein breites Mittelfeld von um die 100 Euro bis zu 15 Euro bei Turkish Airlines für einen Hin- und Rückflug - Ticketpreis sowie Steuern und Gebühren nicht eingerechnet. Zu bezahlen hatte diese Preise in der Studie ein Modell-Reisender mit 24 Kilogramm Gepäck, der, wenn möglich, seinen Sitzplatz reservieren lässt und online eincheckt, ohne dabei das Gewicht seines Koffers schon vorab anzugeben." <<< Zitat Ende.
Folgende 13 Fluglinien wurden getestet:
- Air Berlin Paris (115 Euro)
- Air France Paris (200 Euro)
- Austrian Airlines Wien (90 Euro)
- British Airways London (93 Euro)
- Condor Mallorca (114 Euro)
- easyJet Paris (151 Euro)
- Germanwings K/B - Wien (88 Euro)
- Lufthansa Paris (95 Euro)
- Ryanair London (270 Euro)
- SunExpress Istanbul (98 Euro)
- Swiss Airlines Zürich ( 90 Euro)
- TUIfly Paris (108 Euro)
- Turkish Airlines Istanbul (15 Euro)
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Bis auf den Flug Köln/Bonn nach Wien, von Germanwings, starteten bei den Tests alle Flüge in Berlin und führten an die hinter dem Gesellschaftsnamen angegebenen Ort und zurück.
In (Klammer) findest Du jeweils die Euro-Summe der Nebenkosten für Hin- und Rückflug.
Das entgültige Ergebnis lässt Ryanair als einsamen Spitzenreiter dastehen. Sie liessen sich nahezu alles extra entlohnen. Sogar logisch erscheinende Dinge wie einen Online-Check-In, der ja eigentlich dem "
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Aber nicht nur bei den Gepäckkosten heisst es aufpassen. So liessen sich z.B. Air Berlin, Condor, SunExpress und TUIfly, die Reservierung des Sitzplatzes mit je 20 Euro bezahlen und Britsh Airways verlangte für eine Reservierung gleich bei der Buchung satte 24 Euro, wogegen bei einer Reservierung ab 24 vor Abflug im Internet, merkwürdigerweise kostenfrei blieb!?! Eine Service Charge zwischen 6 und 10 Euro forderten, laut ADAC, Air Berlin, Austrian Airlines, Condor, Lufthansa, Ryanair, SunExpress und Swiss Airlines.
Eine Gebühr für die Zahlung mit Kreditkarte zwischen 5 und 10,75 Euro erhoben Air Berlin, Condor, easyJet, Germanwings, Lufthansa, Ryanair, SunExpress und TUIfly.
Ihr vermisst in den ganzen Aufzählungen die oben aufgeführte Turkish Airlines?
Ganz klarer Grund: ausser 15 Euro Service-Charge, gab es keine weiteren der geprüften Kosten und sogar noch satte 30 kilo Freigepäck! Das nenne wir mal mustergültig :)
Also lieber Leser, immer schön aufpassen bei der Buchung Deines nächsten Fluges! So manch ein vermeintliches Schnäppchen, wie es die leuchtende, blinkende Werbung immer verspricht, führt für den zu leichtgläubigen oft zu einem bösen Erwachen.
Da die Airlines auch immer wieder mal gerne ihre Bedingungen ändern, ohne dies gross zu verkünden, sind oftmals früher kostenlose Serviceleistungen, inzwischen teuer zu bezahlen.
Und nicht nur das - durch die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrsabgabe werden sich ab 01. Januar 2011 die Kosten nochmals erhöhen (siehe auch hier). Wenn Du auf Nummer Sicher gehen willst, musst Du Dich mühsam durch den Dschungel aus unterschiedlichen Tarifen und Bestimmungen kämpfen. Das ist dem Verbraucher nicht länger zuzumuten meint da der ADAC und fordert deshalb die Gesellschaften auf, die Nebenkosten nachvollziehbar und transparent zu gestalten. Da können wir uns nur voll und ganz anschliessen.
Den kompletten Test und eine PDF-Tabelle kannst Du Dir hier ausdrucken.
Quellen auf dieser Seite:
- ADAC
